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KISS - Gefahrstoffe

Hartmut H. Frenzel30.03.2017

Keep it small and simple => Gestalte die Dinge klein und einfach - auch im Arbeitsschutz    

Gefährdungsbeurteilung mittels Einfachem MaßnahmenKonzept Gefahrstoffe (EMKG)                        

Nehmen Sie sich bitte einmal Zeit und schlendern durch Ihren Betrieb. Schauen Sie nach links und rechts – schauen Sie bitte auch in Schränke und Schubladen.

Sie werden nach Ihrem Rundgang feststellen, dass sich eine Menge an Farben, Klebstoffen, Ölen und mehr über die Jahre angesammelt haben. Und alles, was Sie dann dort gefunden haben, fällt unter die Gefahrstoffverordnung (ist dem Chemikaliengesetz untergeordnet und nicht wie von vielen fälschlich angenommen dem Arbeitsschutzgesetz).

Was muss ich denn tun, wenn ich so etwas habe? Und ich bin mir sicher, dass Sie etwas gefunden haben.

Zunächst ist zu prüfen: Brauche ich das Produkt überhaupt? Gibt es nicht vielleicht, wenn auch etwas teurer, eine weniger gefährliche Alternative? Schlagwort: Ersatzstoffprüfung! Oder kann ich sogar das Verfahren ändern?

Ein aktuelles Beispiel aus meiner Beratungspraxis. Das Unternehmen hat einen Waschtisch für die Kleinteilereinigung. Das verwendete Mittel ist schädlich für Mensch und Umwelt. Inzwischen konnte ein gleichwertiges Ersatzprodukt eines anderen Herstellers gefunden werden. Das Mittel ist jetzt so unproblematisch, dass die Mitarbeiter sogar auf Handschuhe verzichten können. Ausreichende Hygiene und Achtsamkeit sind jetzt ausreichend. Ein enormer Erfolg für den Vorgesetzten, denn jetzt erspart er nicht nur den Mitarbeitern das Tragen von Handschuhen, sondern seinem Chef auch Kosten für Beschaffung und Entsorgung von Handschuhen. Ein nicht unerheblicher Posten in der Buchhaltung.

Doch zurück zum eigentlichen Thema. Wie gehe ich systematisch vor, wenn ich kein anderes Verfahren oder ein anderes, weniger gefährliches Produkt gefunden habe?

Ich erstelle eine tätigkeitsbezogene Gefährdungsbeurteilung für dieses Produkt.

Ich brauche dafür ein leeres Blatt Papier, das Poster der BAuA zum Einfachen MaßnahmenKonzept Gefahrstoffe (EMKG) und einen Kugelschreiber. Und schon geht es los.

Als Überschrift schreibe ich: „Tätigkeitsbezogene Gefährdungsbeurteilung für … (z.B. Reinigen von Kabelenden mit Ethylacetat und einem Lappen“.

Danach ermittele ich über die Informationen aus dem Sicherheitsdatenblatt (es sollte aktuell sein) die Gefährlichkeitsgruppe, schreibe bei Hautkontakt die Informationen zur Wirkfläche und Wirkdauer – für die Beurteilung beim Einatmen Mengen- und Freisetzungsdauer auf und ermittle anschließend meine Maßnahmenstufe. Die ausführliche Anleitung ist leicht verständlich auf dem Poster enthalten, einschl. einer Beispielbeurteilung für das Reinigen mit Aceton.

Habe ich die Maßnahmenstufen ermittelt, schaue ich mir die dazu von der BAuA erstellten Leitfäden an, die ich dann auch zur Erstellung meiner Betriebsanweisung oder meiner Unterweisungsunterlagen verwende.

Schon ist meine Gefährdungsbeurteilung fertig.

Fazit
In mehreren von mir betreuten Unternehmen sind die Gefährdungsbeurteilungen gemäß diesem Schema durchgeführt worden, mit dem Ergebnis, dass nur noch bei einigen Tätigkeiten Schutzhandschuhe erforderlich sind.

Das bedeutet in der Regel (bei Standardanwendungen mit Standardchemikalien):

  • Verzicht auf PSA (Vermeidung von Overprotecting)
  • Reduzierung von Kosten, zum Beispiel für teure Handschuhe
  • Reduzierung von Abfall
  • Wegfall von Betriebsanweisungen, die sowieso in der Vergangenheit meistens falsch gewesen sind

Man erkennt leicht, dass die Beschäftigung mit dem EMKG zu deutlicher Ressourcenschonung (ökonomisch, ökologisch und sozial) führt – zum Nutzen des Unternehmers, der Mitarbeiter, der Umwelt und der Gesellschaft.

Und da sind wir wieder beim Ausgangspunkt – KISS!

Dr. Hartmut H. Frenzel - Der Nachhaltigkeitsberater

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