Erfahrungen & Bewertungen zu Dr. Hartmut H. Frenzel

Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

17. Sep 2018 Dr. Hartmut H. Frenzel

Da der Unternehmer nicht alle Aufgaben selbst wahrnehmen kann, seien es beispielsweise Aufgaben des Arbeitsschutzes oder des Umweltschutzes, werden diese auf die nächstniedrigere Hierarchieebene delegiert. Häufig wird aber vergessen - es verbleibt die Pflicht zur Kontrolle beim Übertragenden.

Die Übertragung der Unternehmerpflichten ist einerseits über den Arbeitsvertrag möglich, andererseits per spezieller Übertragung der Unternehmerpflichten.

Die Delegationsmöglichkeiten findet man beim Arbeitsschutz im ArbSchG § 13 Abs. 2 und der DGUV Vorschrift 1, § 13.

Die Pflichtenübertragung erfolgt in der Praxis bis zur letzten weisungsbefähigten Person eines Unternehmens.

Ein häufig vorzufindender Passus ist: „Vorname Nachname hat im Rahmen der erteilten betrieblichen und finanziellen Kompetenzen in eigener Verantwortung insbesondere dafür Sorge zu tragen, dass die gesetzlichen Vorgaben (Arbeitsschutzrecht, Abfallrecht, Wasserrecht,
Immissionsschutzrecht, …) und betrieblichen Regelungen (Brandschutzordnung, Verfahrensanweisungen, …) beachtet und angewendet werden. Dieses ist regelmäßig stichprobenartig und anlassbezogen zu kontrollieren und zu dokumentieren.“

Kommt es zu Pflichtverletzungen, hat das in der Regel auch Rechtsfolgen.

Gesundheitlich: Verletzung, Erkrankung, Invalidität, Tod.
Rechtlich: Ermahnung, Abmahnung, Versetzung, Kündigung, Haftung, Regress, Bußgeld, Strafen nach dem Strafrecht.

Für den Vorgesetzten ist unabdingbar, dass er seine Mitarbeiter  regelmäßig stichprobenartig und anlassbezogen kontrolliert und dieses dokumentiert (auch unabhängig von der ausdrücklichen Übertragung aufgrund von Fürsorge- und Verkehrspflichten).

Beispielsweise finden Sie auf der Website www.gda-orgacheck.de unter "GDA-Praxishilfen" ein Formular, in das die Ergebnisse der Kontrolle eingetragen werden können - am Besten handschriftlich.

GDA-Orgacheck - Begehungsprotokoll

Der GDA-ORGAcheck wurde im Rahmen des Arbeitsprogramms „Organisation“ der Gemeinsamen
Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) entwickelt. Unterstützt wird das Instrument von der „Offensive Mittelstand – Gut für Deutschland“ und der „Initiative Neue Qualität der Arbeit“.

Häufig bekomme ich die Frage gestellt: „Wie häufig muss ich denn kontrollieren?“

Die Antwort lautet: „Das hängt von mehreren Faktoren ab, wie Ergebnissen der Gefährdungsbeurteilung, Qualifikation, persönliche Eignung des Mitarbeiters, festgestellte Verstöße in der Vergangenheit, etc.

Im Produktionsbereich („normale“ Gefährdung) bietet sich ein wöchentliches Intervall zu Beginn an. Sind Verstöße feststellbar, sollte das Intervall verkürzt werden.

Stellen Sie des Öfteren positives Verhalten etc. fest, kann das Intervall erhöht werden.

Dokumentieren Sie positive und negative Feststellungen.

Das ausgefüllte Formular ist für Sie als Führungskraft für den Fall der Fälle Ihre „Versicherung“.

Pflegen Sie die Formulare daher sorgfältig und hüten Sie diese wie Ihren Augapfel.

Die Kontrollpflicht beginnt bei der Unternehmensleitung und endet bei der letzten weisungsbefähigten Person eines Unternehmens.

Für die Beantwortung Ihrer Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Engagierte Grüße
Hartmut H. Frenzel

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