Erfahrungen & Bewertungen zu Dr. Hartmut H. Frenzel

Interessierte Parteien

02. Okt 2018 Dr. Hartmut H. Frenzel

In Audits stelle ich regelmäßig fest, dass das Normkapitel 4.2 der DIN EN ISO 9001:2015 immer noch sehr stiefmütterlich behandelt wird.

Die DIN EN ISO 9001:2015 beschreibt in Kapitel 4.2 die Anforderungen an das „Verstehen der Erfordernisse und Erwartungen interessierter Parteien“.

Ziel des Normkapitels ist es, dass eine Organisation Produkte und Dienstleistungen beständig bereitstellt, die die Anforderungen der Kunden und die zutreffenden gesetzlichen und behördlichen Anforderungen erfüllen.¹

Dazu muss die Organisation zunächst die interessierten Parteien bestimmen, die für das Managementsystem relevant sind – wichtig: nur für das Managementsystem, nicht für die Organisation. Das wird in jeder Organisation durchaus differieren.

Zudem muss die Organisation Informationen über diese interessierten Parteien und deren relevanten Anforderungen überwachen und überprüfen.²

Beispiele interessierter Parteien:

Übersicht zum Normkapitel 4.2 der DIN EN ISO 9001:2015, "Verstehen der Erfordernisse und Erwartungen interessierter Parteien"

Eine mögliche Vorgehensweise - prüfen Sie für jede dieser interessierten Parteien die Beantwortung folgender Fragen³ durch:

  • Ist diese interessierte Partei relevant für mein Qualitätsmanagement?
  • Welche Anforderungen stellt die interessierte Partei an mein Produkt oder meine Dienstleistung?
  • Was hat die interessierte Partei davon?
  • Welchen Maßstab legt die interessierte Partei an meine Leistung an?
  • Worauf kommt es ihm dabei in erster Linie an?
  • Wer hat sonst noch welchen direkten oder indirekten Nutzen?
  • Wer baut sonst noch mit seiner Arbeit auf meiner auf?
  • Welchen Maßstab legt jeder dieser Betroffenen an meine Arbeit?
  • Worauf kommt es jedem in erster Linie an?

Mit diesen Fragestellungen schaut man als Beispiel zunächst auf seinen Kunden und dessen Anforderungen und seinem Zusatznutzen. Danach wird der Blick auf dessen Kunden erweitert – man schaut mit der Kundenbrille seines Kunden. Letztendlich mündet das alles in ein Denken vom Kunden des Kunden her!

Aber nicht nur der Kunde soll so unter die Lupe genommen werden. Führen Sie die Analyse für jede interessierte Partei durch, die für Ihr Qualitätsmanagementsystem relevant ist.

Auf den ersten Blick liest sich das jetzt nach viel Aufwand an. Der Blick täuscht – der Aufwand hält sich in Grenzen, aber der Nutzen ist enorm.

Die Normforderung verlangt, dass man die Informationen nicht nur einmalig erfasst, sondern dieses kontinuierlich betrachtet. Legen Sie daher auch fest, wie häufig Sie sich dieses Themas annehmen werden – monatlich, quartalsweise oder jährlich.

Machen Sie das Thema „Interessierte Parteien“ zu einer Ihrer unternehmerischen Kernaufgaben. Es wird sich für Sie lohnen.

Für die Beantwortung Ihrer Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Engagierte Grüße
Hartmut H. Frenzel

Informationsangebot ist keine Rechtsberatung!

Ich mache aufmerksam, dass diese Äußerung lediglich dem unverbindlichen Informationszweck dient und keine Rechtsberatung im eigentlichen Sinne darstellt. Der Inhalt dieses Angebots kann und soll eine individuelle und verbindliche Rechtsberatung, die auf Ihre spezifische Situation eingeht, nicht ersetzen.

Insofern verstehen sich alle angebotenen Informationen ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.



1 DIN Deutsches Institut für Normung e. V., DIN EN ISO 9001, 2015-11, 18

2 DIN Deutsches Institut für Normung e. V., DIN EN ISO 9001, 2015-11, 19

3 vgl. Beck, "Methodik" - das Buch, 2015, 91

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