Erfahrungen & Bewertungen zu Dr. Hartmut H. Frenzel

Brandschutzhelfer (nicht Brandschutzbeauftragte)

04. Dez 2018 Dr. Hartmut H. Frenzel
Brandschutzhelfer

Mit der Entstehung eines Brandes muss jederzeit gerechnet werden, auch wenn es Jahrzehnte lang oder sogar noch nie gebrannt hat.

Wenn bei Ihnen ein Feuer ausbricht, haben Sie dann ausreichend geschulte Beschäftigte im Betrieb, die wissen, was zu tun ist?

Jeder Arbeitgeber hat alle Mitarbeiter vor Aufnahme der Tätigkeit und danach mindestens jährlich zu Maßnahmen der Brandverhütung und Verhaltensmaßnahmen im Brandfall zu unterweisen. Zudem hat er Beschäftigte, die Aufgaben der Brandbekämpfung übernehmen (Brandschutzhelfer), in der Bedienung der Feuerlöscheinrichtungen zu unterweisen.

Die Notwendigkeit zur Ausbildung und Bestellung von Brandschutzhelfern ergibt sich unter anderem aus dem Arbeitsschutzgesetz, der DGUV Vorschrift 1, der Technischen Regel für Arbeitsstätten ASR A2.2.

Wie viele Brandschutzhelfer benötige ich?

Das ergibt sich aus Ihrer Gefährdungsbeurteilung. Darin sind  besondere betriebliche Gegebenheiten zu berücksichtigen, wie Tätigkeiten mit feuergefährlichen und brennbaren Stoffen, spezielle Produktionsabläufe, betriebsspezifische Brandschutzeinrichtungen (z. B. Löschanlage, Wandhydrant) und das Löschen von brennbaren Gasen, Stäuben, Metallen oder Fetten.

In der Praxis haben sich folgende Zahlen als Mindestwerte bewährt:

  • 5 % der anwesenden Personen im Verwaltungsbereich
  • 7-10 % der anwesenden Personen im Produktionsbereich

Denken Sie bei Ihrer Berechnung auch an Schichtbetrieb, Urlaub, Fortbildung und Krankheit; also lieber einen zuviel ausbilden lassen als einen zu wenig.

Die Qualifizierung der Brandschutzhelfer wird in der DGUVInformation 205-023 „Brandschutzhelfer – Ausbildung und Befähigung“ detailliert beschrieben. Sie besteht aus Theorie und Praxis.

Für die Theorie sollten mindestens 2 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten eingeplant werden. Der Praxisteil wird mit etwa 5 bis 10 Minuten pro Übenden berechnet. Sind betriebsspezifischen Besonderheiten, wie z.B. erhöhte Brandlasten im Betrieb, zu beachten, sollte sowohl mehr Zeit für die Theorie als auch für die Praxis eingeplant werden.

Zur Unterweisung zählt auch die Erläuterung der betrieblichen Brandschutzordnung nach DIN 14096, Teile A-C. Haben Sie diese schon erstellt?

Wer darf ausbilden?

Wer Brandschutzhelfer ausbildet, muss fachkundig sein. Dazu zählen nach DGUV-Information 205-023 Personen mit abgeschlossenem Hochschul- oder Fachhochschulstudium in der Fachrichtung Brandschutz, Brandschutzbeauftragte mit Prüfungsnachweis, Fachkräfte für Arbeitssicherheit mit entsprechender Ausbildung im Brandschutz und Mitglieder der Feuerwehr mit mindestens erfolgreich abgeschlossenem Lehrgang „Gruppenführer“.

Wie übertrage ich die Aufgaben?

Hierfür ist die Schriftform und die Unterzeichnung durch den Unternehmer / Führungskraft und die Gegenzeichnung durch den Beschäftigten zwingend notwendig (§ 13 Abs. 2 ArbschG i. V .m. § 13 DGUV Vorschrift 1).

Mustertext

Übertragung von Unternehmerpflichten hinsichtlich der Brandbekämpfung auf betriebliche Brandschutzhelfer (Ergänzung zum Arbeitsvertrag)

Die enthaltenen Informationen stellen keine Beratung in einem konkreten Fall dar. Jeder Einzelfall hat seine Besonderheiten und muss – je nach den Einzelheiten des Sachverhalts – geprüft und bewertet werden. Jegliche Haftung für die Nutzung dieser Informationen ist daher ausgeschlossen. Es wird keine Gewähr für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernommen.

Bitte beachten Sie die Entscheidung des
BAG (18.03.2014 – 1 ABR 73/12)
und das Urteil des
BVerwG (23.06.2016 - 2 C 18.15).

Unzutreffendes bitte streichen!

Alle Begriffe sind genderneutral zu verstehen.

Hiermit übertrage ich, Vorname Nachname, Funktion, die dem Unternehmer hinsichtlich der Brandbekämpfung obliegenden Pflichten an Vorname Nachname:

1. Aufgaben (Rangfolge ohne Wertung)

  • Bekämpfung von Entstehungsbränden
  • Unterstützung der Evakuierungshelfer bei der Gebäuderäumung und an den Sammelplätzen
  • Hilfe bei der Evakuierung behinderter Menschen
  • Einweisung der Feuerwehr
  • Besondere betriebsspezifische Maßnahmen im Brandfall
  • Prüfung der Einsatzfähigkeit der vorhandenen Brandschutzmate-rialien, z. B. Feuerlöschdecken, Feuerlöscher
  • Prüfung der Flucht- und Rettungswege
  • Unterstützung des Brandschutzbeauftragten
  • Veranlassung von Mängelbeseitigungen

Die Übertragung gilt unbefristet. Eine Abberufung durch den Unternehmer ist möglich.

2. Zeitlicher Umfang

Wenn und soweit es zur ordnungsgemäßen Durchführung der vorstehenden Aufgaben erforderlich ist, ist Vorname Nachname von anderen Aufgaben zeitweise befreit.

3. Fortbildung

Das Unternehmen stellt die Ausbildung und regelmäßige Fortbildung si-cher.

Unterweisungsinhalte (gemäß DGUV Information 205-023):

Theorie
1. Grundzüge des Brandschutzes
- Grundlagen der Verbrennung und der Vorgänge beim Löschen
- häufige Brandursachen/Brandbeispiele, wie z. B. Tätigkeiten mit feuergefährlichen und brennbaren Stoffen
- betriebsspezifische Brandgefahren/Zündquellen bezogen auch auf spezielle Produktionsabläufe
2. Betriebliche Brandschutzorganisation
- Brandschutzordnung des Betriebes nach DIN 14096, „Brandschutz-ordnung – Regeln für das Erstellen und das Aushängen“
- Alarmierungswege und -mittel
- betriebsspezifische Brandschutzeinrichtungen
- Sicherstellung des eigenen Fluchtweges
- Sicherheitskennzeichnung nach ASR A1.3 „Sicherheits- und Ge-sundheitsschutzkennzeichnung“
3. Funktion und Wirkungsweise von Feuerlöscheinrichtungen
- Brandklassen A, B, C, D und F
- Wirkungsweise und Eignung von Löschmitteln
- geeignete Feuerlöscheinrichtungen
- Aufbau und Funktion der im Betrieb vorhandenen Feuerlöschein-richtungen
- Einsatzbereiche und Einsatzregeln von Feuerlöscheinrichtungen und Wandhydranten
4. Gefahren durch Brände
- Gefährdungen durch Rauch und Atemgifte (z. B. durch Kohlenmo-noxid)
- thermische Gefährdungen (z. B. Wärmestrahlung)
- mechanische Gefährdungen (z. B. durch herumfliegende Teile)
- besondere betriebliche Risiken (z. B. Metallbrände, Fettbrände oder hohe Brandlasten)
5. Verhalten im Brandfall
- Alarmierung
- Bedienung der Feuerlöscheinrichtungen ohne Eigengefährdung
- Sicherstellung der selbstständigen Flucht der Beschäftigten
- ggf. besondere Aufgaben nach Brandschutzordnung Teil C (z. B. Ansprechpartner für die Feuerwehr)
- Löschen von brennenden Personen

Praxis
- Handhabung und Funktion, Auslösemechanismen von Feuerlö-scheinrichtungen
- Löschtaktik und eigene Grenzen der Brandbekämpfung (z. B. Situa-tionseinschätzung,
- Vorgehensweise)
- realitätsnahe Übung mit Feuerlöscheinrichtungen, z. B. Simulations-geräte und
- –anlagen mit entsprechenden Aufbausätzen
- Wirkungsweise und Leistungsfähigkeit der Feuerlöscheinrichtungen erfahren
- betriebsspezifische Besonderheiten (z. B. elektrische Anlagen, Me-tallbrände,
- Fettbrände)
- Einweisen (vertraut machen) in den betrieblichen Zuständigkeitsbe-reich

4. Unterstützung

Vorname Nachname wird dabei durch die Beauftragten Personen des Unternehmens (*) sowie durch die Mitarbeiter der Personalabteilung unterstützt.

5. Haftungsfreistellung

Für im Zusammenhang mit der Übertragung von Unternehmerpflichten verbundene Schäden haftet Vorname Nachname im Verhältnis zum Arbeitgeber nur bei unstreitig oder rechtskräftig festgestelltem grob-fahrlässigen oder vorsätzlichen Verhalten (Tun oder Unterlassen). Die mit der Ausübung der Tätigkeit verbundenen Risiken sind in versicherungsüblicher Weise versichert, vorliegend durch folgende Versicherungen:

  • Gesetzliche Unfallversicherung bei der Berufsgenossenschaft BCD
  • Betriebshaftpflichtversicherung bei der V-Versicherungs-AG
  • Strafrechtsschutz-Versicherung bei W-Versicherungs-AG

Es besteht einvernehmen, dass durch diese Vereinbarung der grundsätzlich für den Arbeitnehmer nach dem Anstellungsvertrag, den gesetzlichen und tarifrechtlichen Vorschriften geltende Haftungsmaßstab für den übertragenen Tätigkeitsbereich zugunsten des Arbeitnehmers eingeschränkt wird.

Vorname Nachname bestätigt mit der eigenen Unterschrift das ausdrückliche Einverständnis zu Übertragung der Unternehmerpflichten im o. g. Umfang.

Ort, Datum
Unterschrift des Unternehmers

Unterschrift Verpflichteter

Unterschrift des Betriebsrates/Personalrates

(*) Beauftragte Personen können sein: Abfallbeauftragte, Betriebsarzt, Biostoffbeauftragte, Brandschutzbeauftragte, Brandschutzhelfer, Datenschutzbeauftragte, Ersthelfer, Frauenbeauftragte, Gefahrgutbeauftragte, Gewässer-schutzbeauftragte, Hygienebeauftragte, Immissionsschutzbeauftragte, Laserschutzbeauftragte, Qualitätsmanagementbeauftragte, Schwerbehindertenbeauftragte, Sicherheitsbeauftragter, Sicherheitsfachkraft, Störfallbeauftragte, Strahlenschutzbeauftragte, Umweltmanagementbeauftragte, (nicht abschließend)

Für die Beantwortung Ihrer Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Engagierte Grüße
Hartmut H. Frenzel

Informationsangebot ist keine Rechtsberatung!

Ich mache aufmerksam, dass diese Äußerung lediglich dem unverbindlichen Informationszweck dient und keine Rechtsberatung im eigentlichen Sinne darstellt. Der Inhalt dieses Angebots kann und soll eine individuelle und verbindliche Rechtsberatung, die auf Ihre spezifische Situation eingeht, nicht ersetzen.

Insofern verstehen sich alle angebotenen Informationen ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit.

Alle Begriffe sind genderneutral zu verstehen.

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