„Höhere Anforderungen beim Überspannungsschutz“

Hartmut H. Frenzel, 22.10.2017

„Höhere Anforderungen beim Überspannungsschutz“

, so die Überschrift eines Beitrags eines Versicherers in seinem Newsletter, Ausgabe 9.

Ich zitiere aus diesem Newsletter:

„Bei der Neuplanung sowie bei Änderungen oder Erweiterungen von elektrischen Anlagen müssen zum Dezember 2018 neue Regelungen zum Überspannungsschutz beachtet werden. Es geht um den Einbau entsprechender Schutzgeräte. … In der Installationsnorm DIN VDE 0100-534 sind Details zur Auswahl und Installation der Überspannungsschutzgeräte beschrieben. „Allerdings hat hierfür der Gesetzgeber bis zum 14. Dezember 2018 eine Übergangsfrist eingeräumt", sagt XXX, Risk Engineer …“

Diese Aussage hatte meine  Neugier geweckt. Ich habe den Verfasser angeschrieben und um Nennung der Rechtsgrundlage gebeten, in der der Gesetzgeber die Übergangsfrist eingeräumt hat.

Als Antwort bekam ich zurück:

„Für die DIN VDE 0100-443 (VDE 0100-443): 2007-06 und DIN VDE 0100-534 (VDE 0100-534): 2009-02 besteht eine Übergangsfrist bis zum 14.12.2018. Anlagen, die nach dem 14.12.2018 in Betrieb gehen, müssen ausschließlich nach den neuen Normen geplant und errichtet werden.“

Mit der Antwort konnte ich nichts anfangen. Ich habe daraufhin den Autor erneut angeschrieben.

Zitat aus meiner neuen E-Mail:

„… Allerdings ist VDE nicht der Gesetzgeber, daher stoße ich mich an der Formulierung „in der der Gesetzgeber die Übergangsfrist eingeräumt hat“.

Auf der Website des DIN findet sich folgender Hinweis: „Die Anwendung von DIN-Normen ist grundsätzlich freiwillig. Erst wenn Normen zum Inhalt von Verträgen werden oder wenn der Gesetzgeber ihre Einhaltung zwingend vorschreibt, werden Normen bindend. Daneben helfen sie im Fall einer möglichen Haftung: Wer DIN-Normen – als anerkannte Regeln der Technik – anwendet, kann ein ordnungsgemäßes Verhalten einfacher nachweisen.“

Gleiches gilt für VDE-Normen."


Ich habe in der nächsten E-Mail die Frage noch einmal konkretisiert. „Hat der Gesetzgeber die Einhaltung der von Ihnen speziell genannten Normen zwingend vorgeschrieben und wenn ja, wo?“

Die Antwort des Verfassers:

„Die gesetzliche Grundlage der Regelung für das Errichten und Betreiben elektrischer Anlagen ist im Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) verankert. Hier wird in Paragraph 49 auf die Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik verwiesen. Die VDE Vorschriften sind explizit genannt. Somit haben die VDE Vorschriften aus unserer Sicht einen rechtsverbindlichen Status.“



Es ist richtig, dass im EnWG auf die Einhaltung der allgemein anerkannten Regeln der Technik verwiesen wird. Die VDE Vorschriften sind auch explizit genannt.

Aber!

Der Autor hat den Anwendungsbereich des Gesetzes nicht berücksichtigt. Das Gesetz wendet sich an Energieversorger.

Mein Fazit:

Weder für Privathaushalte noch für Industriebetriebe gibt es die gesetzliche Verpflichtung ab dem 14.12.2018 die DIN VDE 0100-443 (VDE 0100-443): 2007-06 und DIN VDE 0100-534 (VDE 0100-534): 2009-02 zwingend umzusetzen.

Nichtsdestotrotz ist es sinnvoll dieses zu tun.

Sie wollen mehr erfahren? Dann sprechen Sie mich gerne an.

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